Office-Makros & Windows-Software · Prüfen · Signieren · Freigeben

Makros und Software signieren – geprüft, freigegeben, nachvollziehbar

Der Macro Signing Service prüft VBA-Makros aus Excel-, Word- und PowerPoint-Dateien vor dem Einsatz risikoorientiert, signiert sie kontrolliert mit Zeitstempel und stellt sie erst nach Freigabe bereit. Derselbe Prozess signiert Ihre Windows-Software — EXE, MSI und DLL per Authenticode. Vollständig on-premises, offline betreibbar. Leitlinie: im Zweifel blockieren, nie signieren.

3Verdikt-Stufenclean · review · reject
RFC-3161Zeitstempelverpflichtend
4-AugenFreigabe & AusnahmeZwei-Personen-Prinzip
100 %On-Premisesoffline betreibbar
EXE · MSI · DLLCode Signing inklusiveAuthenticode, ein Prozess

Warum Office-Makros im Unternehmen zum Problem werden

Makros erledigen in vielen Betrieben die Arbeit, für die es nie ein richtiges System gab: Auswertungen, Formularlogik, Schnittstellen zu Altsystemen. Gleichzeitig sind VBA-Makros seit Jahren einer der beliebtesten Einstiegswege für Schadsoftware. Microsoft hat darauf reagiert – seit Office Makros aus dem Internet standardmäßig blockiert (Mark of the Web), scheitern auch legitime Makros im Alltag.

Die typische Reaktion ist der schlechteste aller Wege: Makros werden pauschal per Gruppenrichtlinie freigeschaltet, Nutzer klicken „Inhalt aktivieren“, und niemand weiß mehr, welcher Code im Unternehmen tatsächlich ausgeführt wird. Ein dokumentierter Freigabeprozess für ausführbaren Code fehlt – genau das, was NIS2 und der BSI IT-Grundschutz an Nachvollziehbarkeit verlangen.

Der Macro Signing Service schließt diese Lücke: Ein Makro wird geprüft, bewertet und – nur wenn es unauffällig ist – automatisch signiert. Alles andere geht in eine kontrollierte Fachprüfung. Jede Entscheidung ist protokolliert und einer Person zuordenbar.

🔎 Was der Dienst abdeckt

Makro-Prüfung & RisikobewertungKern
Automatische Signatur (clean)Kern
Code Signing: EXE, MSI, DLLKern
Vier-Augen-FreigabeKern
Audit-Trail & NachweisKern
YARA-ErkennungsebeneOptional
Hash-Blockliste & ClamAVOptional
AD-Anbindung & eigene PKIVorbereitet
SIEM-Export (Syslog/CEF)Optional

Ein Ablauf, drei klare Ergebnisse

Anwender reichen ein Makro im Self-Service ein und erhalten in Sekunden einen verständlichen Prüfstatus – mit konkreter Codezeile und Begründung.

Hochladen Prüfen Entscheiden Automatisch signieren Bereitstellen
SCHRITT 01

Hochladen

Excel-, Word- oder PowerPoint-Datei mit VBA im Self-Service einreichen – auch passwortgeschützte Projekte. Alternativ läuft die Einreichung per Watch-Folder oder Skript im Batch.

SCHRITT 02

Automatisch prüfen

Das Prüfskript analysiert den Code auf Wortgrenzen, erkennt Auto-Exec-Einsprungpunkte, Verschleierung und Manipulation und markiert jede Fundstelle zeilengenau.

SCHRITT 03

Entscheiden & signieren

Grün wird automatisch signiert und steht zum Download bereit. Gelb geht in die Review-Queue, Rot in den kontrollierten Ausnahmeprozess – oder als makrofreie Kopie zurück.

Grün — clean

Automatische Signatur

Keine Auffälligkeiten. Die Datei wird strukturell VBA-signiert, erhält einen verpflichtenden RFC-3161-Zeitstempel und steht direkt zum Download bereit.

Gelb — review

Vier-Augen-Fachprüfung

Prüfbedürftig. Die Datei landet in der Review-Queue – mit Codezeile, ausgelöster Regel und Begründung, damit die Fachprüfung fundiert und schnell entscheiden kann.

Rot — reject

Blockiert

Keine Signatur. Eine Freigabe ist ausschließlich über die dokumentierte Zwei-Personen-Ausnahme möglich – oder die Datei wird als makrofreie Kopie ausgeliefert.

Alles für einen sicheren Makro-Prozess

Von der Analyse über die Signatur bis zum Betrieb – mit optionalen Erkennungsebenen, die sauber degradieren, wenn sie nicht aktiviert sind.

Prüfen & analysieren

Dreistufiges Verdikt

clean / review / reject plus nomacro und error. Nur clean löst eine automatische Signatur aus – es gibt keinen Zwischenweg.

Fail-closed

Zeilengenaue Fundstellen

Jede auffällige Codezeile mit ausgelöster Regel, Schweregrad und verständlicher Begründung – kein Blackbox-Score, sondern nachvollziehbare Befunde.

Transparenz

Indikatoren (IOCs)

URLs, IP-Adressen, Dateipfade und decodierte Strings werden extrahiert, Rauschen wird herausgefiltert – direkt verwertbar für Ihr Security-Team.

Threat Intelligence

Modernisierungshinweise

Erkennt veraltete VBA-Funktionen und nennt jeweils eine sichere, moderne Alternative – die Prüfung verbessert nebenbei Ihre Code-Qualität.

Code-Qualität

YARA-Ebene optional

Familienbasierte Erkennung bekannter Maldoc-Muster, ergänzend zu den Keyword-Regeln. Nicht aktiviert? Dann degradiert die Prüfung sauber.

Optional

Hash-Blockliste & AV optional

Bekannte Schad-Makros werden per SHA-256 blockiert, bevor sie überhaupt analysiert werden. ClamAV lässt sich zusätzlich anbinden.

Optional

Mark-of-the-Web-Erkennung

Erkennt Dateien aus dem Internet – die Office trotz gültiger Signatur blockiert – und warnt aktiv, statt Anwender im Regen stehen zu lassen.

MOTW

Zwei Erkennungsebenen

Geparstes VBA-Projekt und Container-Rohbytes. So werden VBA-Stomping und Manipulationen erkannt, bei denen Quelltext und P-Code auseinanderfallen.

Anti-Stomping

Code-Wiedererkennung

SHA-256 je Modul: bereits geprüfte, identische Module werden erkannt. Keine Doppelprüfung, keine unnötige Wartezeit für Ihre Anwender.

Performance

Signieren & freigeben

Signatur mit Zeitstempel

Strukturelle VBA-Signatur mit verpflichtendem RFC-3161-Zeitstempel und anschließender Nachprüfung – schlägt sie fehl, erfolgt keine Auslieferung.

RFC 3161

Vier-Augen-Freigabe

Review-Queue mit Rollen; sensible Ausnahmen erfordern zwingend zwei unterschiedliche Freigebende. Selbstfreigabe ist technisch ausgeschlossen.

Zwei-Personen-Prinzip

Quarantäne

Riskante Dateien werden isoliert abgelegt und können kontrolliert freigegeben oder endgültig gelöscht werden – nichts liegt unbeaufsichtigt herum.

Isolation

Makrofreie Kopie (CDR)

Entfernt das VBA-Projekt und liefert eine bereinigte .xlsx oder .docx – der fachliche Inhalt bleibt vollständig nutzbar, nur der Code fällt weg.

Content Disarm

Signaturprüfung + CRL/OCSP

Eingehende signierte Dateien werden verifiziert und – soweit möglich – auf Sperrung geprüft. Eine abgelaufene oder gesperrte Signatur fällt auf.

Revocation

Ausnahmeprozess

Dokumentierte Einzelfallfreigabe für fachlich notwendige Bestandsmakros – immer bezogen auf den konkret geprüften Code, nicht auf die Datei pauschal.

Nachvollziehbar

Betrieb & Integration

Rollen & Rechte (RBAC)

Admin, Security Officer, Operator, Auditor und Viewer – sauber getrennte Berechtigungen statt eines Sammel-Admins für alles.

RBAC

AD & kundeneigene PKI vorbereitet

LDAP-Anbindung, Rollen-Mapping und Ihr eigenes Signaturzertifikat. Ein HSM lässt sich optional als Schlüsselspeicher einbinden.

Active Directory

Audit-Trail & SIEM

Append-only-Protokoll mit SHA-256-Bezug, optionaler Export an Syslog/CEF und DSGVO-konforme Pseudonymisierung personenbezogener Daten.

Revisionssicher

Systemcockpit

Monitoring von Anwendung, Warteschlange und Signaturserver, inklusive Watchdog mit automatischem Neustart bei Störungen.

Monitoring

Testcenter

Ende-zu-Ende-Selbsttest der gesamten Prüfkette – nach Installation, Konfigurationsänderung und Update, ohne Fremdsysteme und ohne Seiteneffekte.

Selbsttest

Mail-Vorschau & Batch

Auch ohne SMTP betreibbar – Benachrichtigungen entstehen als .eml-Dateien. Massenverarbeitung läuft über Skripte und Watch-Folder.

Offline-fähig

Code Signing für Windows-Software – schnell und ohne eigenen Aufbau

Makros sind nur eine Form von ausführbarem Code. Dieselbe Prüf- und Signaturkette signiert auch Ihre Windows-Software per Authenticode: EXE-Dateien, MSI-Installer und DLL-Bibliotheken. Ein Zertifikat, ein Freigabeprozess, ein Protokoll – statt zwei getrennter Werkzeuge.

Kurz gesagt: Wer bereits Makros über den Macro Signing Service freigibt, kann ohne zusätzliche Infrastruktur auch Anwendungen, Setups und Bibliotheken signieren. Der Aufwand pro Signatur sinkt auf einen Vorgang von wenigen Minuten, weil Zertifikat, Zeitstempel-Server, Rollen und Audit-Trail bereits eingerichtet sind. Preise nennen wir nach einem kurzen Scope-Gespräch.

Warum unsignierte Software im Unternehmen zum Problem wird

SmartScreen blockiert den Start

Beim Ausführen einer unsignierten Datei aus dem Internet meldet Windows „Der Computer wurde durch Windows geschützt“. Anwender müssen den Warnhinweis aktiv wegklicken – oder brechen ab.

Softwareverteilung verlangt Signaturen

AppLocker und Windows Defender Application Control lassen sich sauber nur über Herausgeberregeln betreiben. Ohne Signatur bleiben nur brüchige Pfad- oder Hash-Regeln.

Eigenentwicklungen fallen durch

Interne Tools, Makro-Ersatzanwendungen und kleine Helfer werden von Virenscannern heuristisch angeschlagen, weil ihnen jede Reputation fehlt. Eine Signatur ist der übliche Gegenbeweis.

Der eigene Aufbau lohnt selten

Zertifikat beschaffen, Schlüssel sicher verwahren, Zeitstempel-Server einbinden, Freigaben dokumentieren – für ein paar Releases im Jahr steht der Aufwand in keinem Verhältnis.

Was beim Code Signing passiert

SCHRITT 01

Datei einreichen

EXE, MSI oder DLL im Self-Service hochladen oder über einen Watch-Folder ablegen. Ganze Release-Ordner lassen sich im Batch übergeben.

SCHRITT 02

Prüfen & freigeben

Hash-Blockliste, optional ClamAV und YARA laufen wie bei Makros. Die Freigabe folgt denselben Rollen – sensible Fälle erfordern zwei Freigebende.

SCHRITT 03

Authenticode-Signatur

Signiert wird mit Ihrem Code-Signing-Zertifikat, verpflichtend mit RFC-3161-Zeitstempel. Anschließend wird die Signatur maschinell nachgeprüft.

SCHRITT 04

Ausliefern & protokollieren

Die signierte Datei steht zum Download bereit, der Vorgang liegt mit SHA-256-Bezug im Append-only-Audit-Trail – prüferfest nachvollziehbar.

Das bringt der gemeinsame Prozess

Signatur in Minuten statt Tagen

Zertifikat, Zeitstempel-Server und Freigaberollen sind einmal eingerichtet. Jede weitere Signatur ist ein Vorgang, keine Projektbeauftragung.

Kurze Durchlaufzeit

Kein zweiter Werkzeugkasten

Makros und Software teilen sich Zertifikat, Schlüsselverwahrung, Rollen und Protokoll. Das ist deutlich günstiger, als für Anwendungen eine eigene Signaturstrecke aufzubauen.

Preis auf Anfrage

Signatur überlebt das Zertifikat

Durch den verpflichtenden RFC-3161-Zeitstempel bleibt eine einmal erzeugte Signatur gültig, auch wenn das Zertifikat später abläuft. Alte Releases müssen nicht nachsigniert werden.

Timestamping

Batch & Watch-Folder

Ein kompletter Release-Ordner wird in einem Durchgang signiert. Über die Skript-Schnittstelle lässt sich der Schritt auch in einen bestehenden Build einhängen.

Automatisierbar

Ihr Zertifikat, Ihre Kontrolle

Der Dienst nutzt Ihr eigenes Code-Signing-Zertifikat aus Ihrer PKI, optional in einem HSM. Der private Schlüssel verlässt Ihre Infrastruktur nicht.

Eigene PKI · HSM

Ein Nachweis für alles

Ob Makro oder Anwendung: Jede Signatur landet im selben Append-only-Protokoll. Für Audits gibt es eine Quelle statt zweier Insellösungen.

Audit-Trail
Ehrlich eingeordnet: Eine Signatur macht SmartScreen-Warnungen nicht sofort verschwinden. Mit einem OV-Zertifikat baut sich die Reputation einer Anwendung erst über Downloads auf; ein EV-Zertifikat startet sofort mit Vertrauen. Was eine Signatur dagegen unmittelbar leistet: Sie weist den Herausgeber nach, macht nachträgliche Manipulation erkennbar und ist die Voraussetzung für Herausgeberregeln in AppLocker und WDAC. Welche Zertifikatsart für Ihren Fall sinnvoll ist, klären wir vorab.

Fail-closed statt Bequemlichkeit

Die sicherheitskritischen Kernanforderungen sind mit automatisierten Tests hinterlegt – sie lassen sich nicht wegkonfigurieren.

Kein weicher Modus

Keine Konfiguration kann die Kernprüfung lockern. Es gibt keinen globalen Risikoschalter, mit dem sich Befunde stumm schalten ließen.

Kein Stub-Signieren

Ohne echte Kryptografie und gültigen Zeitstempel gilt eine Datei nicht als signiert – und wird folglich nicht ausgeliefert.

Secrets getrennt

Schlüssel und Passwörter kommen ausschließlich aus Umgebungsvariablen. In allen Logs erfolgt konsequente Redaction.

Manipulation erkannt

Ein vorhandenes, aber nicht parsebares VBA-Projekt gilt als reject – nicht als „nomacro“. Verschleierung führt nie zu einem Freifahrtschein.

Wann sich der Macro Signing Service lohnt

Der Dienst löst konkrete Probleme in klar umrissenen Betriebssituationen:

Szenario 01

Office blockiert bewährte Makros

Nach einem Office-Update laufen jahrelang genutzte Auswertungsmakros nicht mehr. Statt Makros pauschal per Gruppenrichtlinie freizuschalten, werden sie geprüft, signiert und vertrauenswürdig bereitgestellt.

Szenario 02

NIS2- und Grundschutz-Nachweis

Ein Prüfer fragt, wie ausführbarer Code im Unternehmen freigegeben wird. Der Append-only-Audit-Trail beantwortet die Frage lückenlos – inklusive Wer, Wann und auf welcher Grundlage.

Szenario 03

Makros von Lieferanten und Kunden

Externe Kalkulations- oder Formulardateien kommen per Mail ins Haus. Sie durchlaufen erst die Prüfung, bevor jemand sie öffnet – im Zweifel als makrofreie Kopie.

Szenario 04

Eigene Software ausrollen

Ein selbst entwickeltes Windows-Tool soll an alle Arbeitsplätze verteilt werden, wird aber vom Virenscanner angeschlagen und von AppLocker geblockt. Signiert und protokolliert läuft es sauber durch die Softwareverteilung.

Szenario 05

Altbestand inventarisieren

Hunderte Excel-Dateien aus zwanzig Jahren liegen auf dem Fileserver. Über Watch-Folder und Batch-Lauf entsteht erstmals ein belastbares Bild, welcher Makro-Code tatsächlich im Umlauf ist.

Betrieb und Rahmenbedingungen

Technische Eckdaten des Macro Signing Service
MerkmalAusprägung
BetriebsmodellOn-Premises, vollständig offline betreibbar – keine Cloud-Abhängigkeit
Unterstützte DateienExcel, Word und PowerPoint mit VBA-Projekt (auch passwortgeschützt) sowie Windows-Software: EXE, MSI, DLL
SignaturverfahrenStrukturelle VBA-Signatur für Office-Dateien, Authenticode für Windows-Software — jeweils mit RFC-3161-Zeitstempel
Verdikt-Stufenclean · review · reject, zusätzlich nomacro und error
SignaturStrukturelle VBA-Signatur mit verpflichtendem RFC-3161-Zeitstempel und Nachprüfung
ZertifikatKundeneigene PKI vorbereitet, HSM optional
BenutzerverwaltungLokal oder über LDAP / Active Directory mit Rollen-Mapping
RollenAdmin, Security Officer, Operator, Auditor, Viewer
ProtokollierungAppend-only Audit-Trail mit SHA-256-Bezug, Export nach Syslog/CEF optional
DatenschutzDSGVO-Pseudonymisierung, Secrets ausschließlich aus Umgebungsvariablen, Redaction in Logs
MassenverarbeitungWatch-Folder und Skript-Schnittstelle für Batch-Läufe
BetriebsprüfungTestcenter mit Ende-zu-Ende-Selbsttest nach Installation und Update
PreismodellLizenz nach Installation und Umfang, Makro- und Code-Signatur gemeinsam abgedeckt – Angebot nach Scope-Gespräch

Fragen zur Makro-Signierung

Warum blockiert Office meine Makros trotz gültiger Signatur?
In den meisten Fällen liegt es am Mark of the Web (MOTW). Microsoft Office blockiert VBA-Makros in Dateien, die aus dem Internet oder aus E-Mail-Anhängen stammen, standardmäßig und unabhängig von der Signatur. Der Macro Signing Service erkennt das Mark of the Web bereits beim Upload und weist aktiv darauf hin, damit die Datei über einen vertrauenswürdigen Weg bereitgestellt oder die Kennzeichnung kontrolliert entfernt wird.
Wie funktioniert das dreistufige Verdikt clean, review und reject?
Jedes eingereichte Makro erhält genau eines von drei Ergebnissen. Grün (clean): keine Auffälligkeiten, die Datei wird automatisch signiert und steht sofort zum Download bereit. Gelb (review): prüfbedürftig – die Datei geht in eine Review-Queue und wird im Vier-Augen-Prinzip bewertet. Rot (reject): blockiert – eine Freigabe ist nur über den dokumentierten Zwei-Personen-Ausnahmeprozess möglich, alternativ wird eine makrofreie Kopie ausgeliefert. Zusätzlich gibt es die Status nomacro und error.
Werden meine Dateien in eine Cloud hochgeladen?
Nein. Der Macro Signing Service ist eine reine On-Premises-Lösung und vollständig offline betreibbar. Dateien, Prüfergebnisse, Schlüssel und Protokolle bleiben in Ihrer eigenen Infrastruktur. Optionale Module wie ClamAV oder ein SIEM-Export werden nur genutzt, wenn Sie sie aktiv anbinden.
Kann der Dienst unser eigenes Signaturzertifikat nutzen?
Ja. Der Dienst ist auf eine kundeneigene PKI vorbereitet: Sie hinterlegen Ihr eigenes Code-Signing-Zertifikat, optional in einem HSM. Zusätzlich lassen sich Benutzer und Rollen über LDAP beziehungsweise Active Directory anbinden und auf die Rollen Admin, Security Officer, Operator, Auditor und Viewer abbilden.
Was ist eine makrofreie Kopie (CDR) und wann brauche ich sie?
Bei einer makrofreien Kopie wird das VBA-Projekt vollständig aus der Datei entfernt und eine bereinigte .xlsx oder .docx ausgeliefert. Der fachliche Inhalt – Tabellen, Formeln, Texte, Formatierungen – bleibt nutzbar, nur der ausführbare Code fällt weg. Das ist der übliche Weg, wenn ein Makro als reject bewertet wurde, die Datei selbst aber fachlich weiter benötigt wird. Das Verfahren wird auch Content Disarm and Reconstruction genannt.
Erkennt die Prüfung auch manipulierte VBA-Projekte und VBA-Stomping?
Ja. Der Dienst arbeitet mit zwei Erkennungsebenen: dem geparsten VBA-Projekt und den Rohbytes des Office-Containers. Dadurch werden auch Fälle erkannt, in denen der sichtbare Quelltext und der tatsächlich ausgeführte P-Code auseinanderfallen (VBA-Stomping). Ein vorhandenes, aber nicht parsebares VBA-Projekt gilt konsequent als reject und nicht als nomacro.
Hilft der Macro Signing Service bei NIS2 und BSI IT-Grundschutz?
Er liefert wesentliche Bausteine: einen dokumentierten Freigabeprozess für ausführbaren Code, ein Vier-Augen-Prinzip für Ausnahmen, einen Append-only-Audit-Trail mit SHA-256-Bezug und eine technische Kontrolle gegen Makro-Schadcode. Diese Punkte adressieren typische Anforderungen aus NIS2 und dem BSI IT-Grundschutz an Risikomanagement, Zugriffskontrolle und Nachvollziehbarkeit. Wie das konkret auf Ihre Situation passt, klären wir im Scope-Gespräch – mehr dazu im Ratgeber NIS2-Pflichten für den Mittelstand.
Gibt es einen weichen Modus, in dem die Prüfung gelockert werden kann?
Nein, und das ist Absicht. Es existiert kein globaler Risikoschalter, mit dem sich die Kernprüfung abschwächen ließe. Ohne echte Kryptografie und gültigen Zeitstempel gilt eine Datei nicht als signiert und wird nicht ausgeliefert. Die Leitlinie lautet fail-closed: im Zweifel blockieren, nie signieren. Die sicherheitskritischen Kernanforderungen sind mit automatisierten Tests hinterlegt.
Kann der Macro Signing Service auch EXE-Dateien und Installer signieren?
Ja. Neben VBA-Makros signiert der Dienst Windows-Software per Authenticode: EXE-Dateien, MSI-Installer und DLL-Bibliotheken. Verwendet werden dabei dasselbe Code-Signing-Zertifikat, dieselben Freigaberollen und derselbe Audit-Trail wie bei Makros. Für Unternehmen, die den Dienst ohnehin für Office-Makros betreiben, entsteht dadurch kein zusätzlicher Aufbau.
Warum ist Code Signing über den Dienst günstiger als ein eigener Aufbau?
Weil der teure Teil einmalig anfällt und dann geteilt wird: Zertifikatsverwahrung, Zeitstempel-Anbindung, Rollen- und Rechtekonzept sowie der revisionssichere Audit-Trail sind für die Makro-Signatur bereits eingerichtet. Jede Software-Signatur ist danach nur noch ein Vorgang von wenigen Minuten statt eines eigenen Projekts. Ein konkretes Angebot erstellen wir nach einem kurzen Scope-Gespräch.
Verschwindet die SmartScreen-Warnung durch die Signatur sofort?
Nicht zwangsläufig – hier wird viel Falsches versprochen. Bei einem OV-Zertifikat baut Microsoft SmartScreen die Reputation einer Anwendung erst über Downloads und Zeit auf; die Warnung kann anfangs also bestehen bleiben. Ein EV-Zertifikat startet dagegen unmittelbar mit Vertrauen. Unabhängig davon leistet die Signatur sofort dreierlei: Sie weist den Herausgeber nach, macht nachträgliche Manipulation an der Datei erkennbar und ermöglicht Herausgeberregeln in AppLocker und Windows Defender Application Control.
Bleibt die Signatur gültig, wenn das Zertifikat abläuft?
Ja, sofern zum Signaturzeitpunkt ein Zeitstempel gesetzt wurde – und genau das ist bei uns verpflichtend, nicht optional. Der RFC-3161-Zeitstempel belegt, dass die Signatur erzeugt wurde, als das Zertifikat noch gültig war. Bereits ausgelieferte Releases müssen deshalb nach einem Zertifikatswechsel nicht nachsigniert werden.
Welches Zertifikat wird für das Code Signing verwendet?
Ihres. Der Dienst arbeitet mit dem Code-Signing-Zertifikat aus Ihrer eigenen PKI, optional in einem HSM verwahrt. Der private Schlüssel verlässt Ihre Infrastruktur nicht, Schlüssel und Passwörter kommen ausschließlich aus Umgebungsvariablen und werden in allen Logs unkenntlich gemacht. Welche Zertifikatsart – OV oder EV – für Ihren Anwendungsfall sinnvoll ist, klären wir vorab gemeinsam.
Lässt sich die Signierung in unsere Build-Pipeline einbinden?
Ja. Neben dem Self-Service-Upload gibt es einen Watch-Folder und eine Skript-Schnittstelle für die Massenverarbeitung. Damit lässt sich das Signieren als Schritt an das Ende eines bestehenden Builds hängen, sodass ein kompletter Release-Ordner in einem Durchgang signiert wird.
Wie schnell ist eine Prüfung, und was passiert bei bekannten Makros?
Anwender erhalten den Prüfstatus in der Regel innerhalb von Sekunden. Für jedes Modul wird ein SHA-256-Hash gebildet: identische, bereits geprüfte Module werden wiedererkannt und nicht erneut analysiert. Wiederkehrende Standard-Makros verursachen dadurch praktisch keine Wartezeit.
Was kostet der Macro Signing Service?
Der Preis richtet sich nach Installationsumfang, Anzahl der Nutzenden und den gewünschten optionalen Modulen (YARA, ClamAV, SIEM-Export, HSM). Wir erstellen ein Angebot nach einem kurzen Scope-Gespräch – analog zu unserem Vorgehen bei Penetrationstests. Sprechen Sie uns für eine Referenzinstallation an.

Referenzinstallation anfragen

On-Premises, offline betreibbar, an Ihre Active-Directory- und PKI-Infrastruktur anbindbar – für Office-Makros und Windows-Software gleichermaßen. Erzählen Sie uns kurz, wie ausführbarer Code bei Ihnen heute freigegeben wird; wir zeigen Ihnen, wie der Prozess aussehen kann, und nennen Ihnen den Preis.