Was kostet ein Pentest für KMU wirklich?

Ein Penetrationstest für kleine und mittlere Unternehmen kostet in Deutschland typischerweise zwischen 1.500 € und 15.000 € netto. Ein fokussierter Webanwendungstest beginnt bei etwa 1.500 €, ein Corporate-Network-Pentest (internes und externes Netzwerk) bei etwa 3.500 €. Der Preis hängt vor allem vom Scope ab: Anzahl der Systeme, Testtiefe und Reporting-Anforderungen.

Wovon hängen die Kosten eines Pentests ab?

Der Aufwand eines Penetrationstests wird fast vollständig durch den Scope bestimmt — also durch das, was getestet wird. Die fünf wichtigsten Kostenfaktoren:

  1. Anzahl und Art der Ziele: Eine einzelne Webanwendung ist schneller geprüft als ein Netzwerk mit 20 Servern, Active Directory und VPN-Zugängen.
  2. Testtiefe (Black/Grey/White Box): Je weniger Vorabinformationen der Tester erhält, desto mehr Zeit fließt in die Reconnaissance. Grey-Box-Tests sind für KMU meist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
  3. Interne Tests: Die Frage „Was passiert, wenn ein Arbeitsplatz kompromittiert ist?" erfordert Zugriff von innen — das erhöht Aufwand und Aussagekraft.
  4. Reporting-Anforderungen: Ein Compliance-tauglicher Bericht (NIS2, ISO 27001, Cyber-Versicherung) mit Executive Summary und CVSS-Bewertung braucht 1–2 zusätzliche Tage.
  5. Retest: Die Nachprüfung behobener Schwachstellen wird oft vergessen — einplanen lohnt sich, sonst bleibt offen, ob die Fixes wirken.

Preisübersicht: realistische Orientierungswerte

TestartTypischer UmfangDauerPreis (netto)
Web-App-Pentest (OWASP Top 10)1–3 Anwendungen / APIs2–4 Tage + Reportingab 1.500 €
Corporate-Network-PentestInternes + externes Netzwerk, Active Directory5–10 Tage + Reportingab 3.500 €
Phishing-SimulationKampagne + Auswertung + Schulungsempfehlung1–2 Wochen (begleitend)auf Anfrage
Retest / NachtestVerifikation der behobenen Findings1–2 Tageauf Anfrage
Enterprise-Red-TeamingMehrmonatige Angriffssimulation4–12 Wochen50.000 €+ (für KMU selten sinnvoll)

Diese Preise entsprechen unserem eigenen Festpreismodell für KMU-Pentests. Marktbreit können Tagessätze von Sicherheitsdienstleistern zwischen 900 € und 1.800 € liegen — entscheidend ist, dass der Scope zur Unternehmensgröße passt.

Warum KMU keine Enterprise-Preise zahlen sollten

Viele Angebote am Markt sind für Konzerne kalkuliert: wochenlange Red-Team-Kampagnen, Social-Engineering-Module, physische Zutrittstests. Für ein Unternehmen mit 20 bis 100 Mitarbeitenden ist das selten das richtige Werkzeug. Angegriffen wird dort, was automatisiert erreichbar ist: VPN-Zugänge, Exchange- und Web-Server, veraltete Dienste, schwache Passwörter im Active Directory. Ein auf diesen Scope zugeschnittener Test findet die kritischen Lücken — zu einem Bruchteil der Kosten.

Versteckte Kosten: worauf Sie im Angebot achten sollten

  • Reporting inklusive? Manche Anbieter berechnen den Abschlussbericht separat.
  • Ergebnispräsentation: Ist die Vorstellung der Findings (auch für Nicht-Techniker) enthalten?
  • Festpreis vs. Aufwandsschätzung: Eine „Schätzung" kann sich verdoppeln. Bestehen Sie auf einem Festpreis nach Scoping-Gespräch.
  • Retest-Konditionen: Was kostet die Nachprüfung nach der Behebung?
  • Interne Folgekosten: Die Behebung der Findings bindet eigene IT-Zeit — das größte „versteckte" Budget ist meist nicht der Test selbst.

Was kostet es, keinen Pentest zu machen?

Zum Vergleich: Die Kosten eines erfolgreichen Ransomware-Angriffs auf ein KMU liegen — Wiederherstellung, Betriebsunterbrechung, Meldepflichten, Reputationsschaden zusammengenommen — regelmäßig im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommt: NIS2-pflichtige Unternehmen müssen regelmäßige Schwachstellenbewertungen ohnehin nachweisen, und Cyber-Versicherer machen Sicherheitsprüfungen zunehmend zur Bedingung. Ein Pentest ab 1.500 € ist in dieser Rechnung keine Ausgabe, sondern eine Versicherungsprämie mit Erkenntnisgewinn.

Fazit

Für KMU gilt: Ein fokussierter Web-App-Test ab 1.500 € oder ein Corporate-Network-Pentest ab 3.500 € deckt die realistisch angreifbare Fläche ab. Wichtiger als der niedrigste Preis ist ein sauberer Scope, ein Festpreis ohne Nachträge und ein Bericht, den Auditor und Versicherung akzeptieren. Unklar, welcher Test passt? Der Unterschied zum reinen Schwachstellenscan ist hier erklärt — oder Sie fragen direkt ein Festpreisangebot an.

Häufige Fragen zu Pentest-Kosten

Was kostet ein Penetrationstest für ein KMU?
Für kleine und mittlere Unternehmen liegen die Kosten eines Penetrationstests in Deutschland typischerweise zwischen 1.500 € und 15.000 € netto. Ein fokussierter Webanwendungstest nach OWASP Top 10 startet bei etwa 1.500 €, ein Corporate-Network-Pentest mit internem und externem Netzwerk bei etwa 3.500 €. Ausschlaggebend ist der Scope: Anzahl der Systeme, Testtiefe und Reporting-Anforderungen.
Was kostet ein Corporate-Network-Penetrationstest?
Ein Corporate-Network-Pentest, der internes und externes Netzwerk inklusive Active Directory abdeckt, beginnt bei etwa 3.500 € netto und dauert typischerweise 5 bis 10 Testtage zuzüglich Reporting. Kommen mehrere Standorte, VPN-Strecken oder OT-Netze hinzu, steigt der Aufwand entsprechend.
Was kostet ein Pentest-Tagessatz in Deutschland?
Marktüblich liegen die Tagessätze spezialisierter Sicherheitsdienstleister zwischen etwa 900 € und 1.800 € netto. Wichtiger als der Tagessatz ist jedoch die Anzahl der kalkulierten Tage: Ein hoher Tagessatz bei sauber geschnittenem Scope kann günstiger sein als ein niedriger Satz mit überdimensioniertem Umfang.
Wovon hängt der Preis eines Penetrationstests ab?
Fünf Faktoren bestimmen den Preis fast vollständig: die Anzahl und Art der Ziele, die Testtiefe (Black-, Grey- oder White-Box), ob auch von innen getestet wird, die Reporting-Anforderungen (etwa NIS2- oder ISO-27001-tauglich mit CVSS-Bewertung) sowie ein optionaler Retest zur Verifikation der behobenen Schwachstellen.
Gibt es Penetrationstests zum Festpreis?
Ja. Wir kalkulieren nach einem Scoping-Gespräch einen verbindlichen Festpreis statt einer Aufwandsschätzung. Damit ist von Anfang an klar, was der Test kostet – Nachträge entstehen nur, wenn Sie den Scope selbst erweitern. Das Angebot erhalten Sie in der Regel innerhalb von 48 Stunden.
Ist der Retest im Pentest-Preis enthalten?
Das unterscheidet sich je nach Anbieter und wird häufig übersehen. Klären Sie vor Auftragsvergabe, was die Nachprüfung der behobenen Schwachstellen kostet. Ohne Retest bleibt offen, ob die Fixes tatsächlich wirken – für einen Compliance-Nachweis ist er oft ohnehin erforderlich.
Wie oft sollte ein KMU einen Penetrationstest durchführen lassen?
Als Faustregel gilt: einmal jährlich sowie zusätzlich nach jeder wesentlichen Änderung an der IT-Landschaft – etwa nach einer Cloud-Migration, dem Rollout einer neuen Webanwendung oder einer Netzwerkumstellung. NIS2-pflichtige Unternehmen müssen regelmäßige Schwachstellenbewertungen ohnehin nachweisen.
Lohnt sich ein Pentest für ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitenden?
Ja, wenn der Scope zur Unternehmensgröße passt. Angegriffen wird bei kleineren Unternehmen fast immer das, was automatisiert erreichbar ist: VPN-Zugänge, Exchange- und Webserver, veraltete Dienste und schwache Passwörter im Active Directory. Ein darauf zugeschnittener Test findet die kritischen Lücken zu einem Bruchteil der Kosten eines Enterprise-Red-Teamings.
Was ist der Unterschied zwischen einem Schwachstellenscan und einem Penetrationstest?
Ein Schwachstellenscan sucht automatisiert nach bekannten Lücken und liefert eine Liste möglicher Befunde – inklusive Fehlalarmen. Ein Penetrationstest verifiziert diese Befunde manuell, verkettet sie zu realistischen Angriffspfaden und bewertet die tatsächliche Ausnutzbarkeit. Der Scan ist deutlich günstiger, der Pentest deutlich aussagekräftiger.
Führen Sie Penetrationstests bundesweit durch?
Ja. Externe Tests sowie Web-App- und API-Tests führen wir remote für Kunden in ganz Deutschland durch – ob München, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen spielt dabei keine Rolle. Für interne Netzwerktests kommen wir vor Ort oder arbeiten über einen bereitgestellten Zugang. Unser Sitz ist Westgreußen in Thüringen.
Was kostet es, keinen Penetrationstest zu machen?
Die Gesamtkosten eines erfolgreichen Ransomware-Angriffs auf ein KMU liegen – Wiederherstellung, Betriebsunterbrechung, Meldepflichten und Reputationsschaden zusammengenommen – regelmäßig im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommen mögliche Bußgelder bei NIS2-Pflicht und Probleme mit der Cyber-Versicherung, die Sicherheitsprüfungen zunehmend zur Bedingung macht.

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Marc Seeber, Geschäftsführer der Shared Business Service UG
Marc Seeber
Geschäftsführer und Gründer der Shared Business Service UG (Westgreußen, Thüringen). Führt Penetrationstests für KMU durch und unterstützt Unternehmen bei Buchhaltung, E-Rechnung und Backoffice-Prozessen. IHK-Mitglied Erfurt, HRB 524180 AG Jena. Kontakt: info@sbs-ug.de · 0171 4108980

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